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Schule & Ramadan: 8 Tipps für’s Fasten in der Schulzeit

Kapitel:

  1. Für Schüler - Der Ramadan in der Schule
  2. Für Eltern - Richtig über Religion und Ramadan sprechen
  3. Fazit

Nach dem islamischen Mondkalender haben Muslime ☪️ auf der ganzen Welt Anfang April 2022 mit dem Fasten im heiligen Monat Ramadan begonnen. Der Ramadan dauert 29 oder 30 Tage und ist für die islamische Gemeinschaft ein Monat der Enthaltsamkeit, ähnlich wie das Fasten im Christentum und Judentum. 🤗

Muslime fasten zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, nehmen keine Speisen und Getränke 🧃 zu sich, auch kein Wasser, und brechen ihr Fasten in der Abenddämmerung. Dieser Monat endet mit dem Fest Eid-ul-Fitr, 🎊 mit dem die Opfer gefeiert werden, die praktizierende Muslime während des Monats gebracht haben.

In den meisten Familien beginnen auch die Kinder 👧 schon früh mit dem Fasten, um sich stärker in die Aktivitäten der Familie und der Gemeinschaft einbezogen zu fühlen. Je nach Familie fangen Kinder damit an, einen halben Tag lang nichts zu essen oder zu trinken oder nur auf Süßigkeiten 🍫 zu verzichten, auch wenn sie vor der Pubertät nicht zum Fasten verpflichtet sind.

Wie in jedem multikulturellen Land ist es auch in Deutschland wichtig, Schulen zu inklusiven, sicheren, kulturbewussten und proaktiven Räumen für alle Schüler zu machen, unabhängig von ihrer Herkunft. 🤝 Wir glauben, dass der Ramadan für uns alle - Schüler und Eltern - eine gute Gelegenheit ist, darüber nachzudenken und zu lernen, wie wir am besten mit der Vielfalt in unseren Klassenzimmern umgehen können.

Hier sind die 8 Tipps für uns alle, um den Ramadan in den Schulen richtig zu gestalten!

 

Für Schüler - Der Ramadan in der Schule

 

#1 Erkenne deine Absichten richtig

Wenn du in einer muslimischen Familie mit Geschwistern aufwächst, ist immer jemand am Fasten beteiligt. Das weckt schon früh die Neugierde 👀 und das Bedürfnis, dazuzugehören, und so kann es passieren, dass du selbst zum Fasten übergehst. 

Vergiss nicht, dass der Ramadan eine Zeit ist, in der du für deinen Segen dankbar sein, deine Privilegien anerkennen und der Gesellschaft etwas zurückgeben solltest. Wenn du ihn als Spiel oder Wettbewerb 🤼‍♀️ mit deinen Geschwistern und Klassenkameraden betrachtest, geht der Sinn der Aktivität verloren. Kommuniziere also dein Interesse mit deinen Eltern, stelle Fragen zum Ramadan und gehe ihn mit Aufrichtigkeit an!

#2 Sei freundlich zu deinen Mitschülern und unterstütze sie

Als praktizierender und fastender Muslim ist es wichtig, sich daran zu erinnern, dass es beim Fasten nicht nur um Essen und Trinken geht, sondern auch um die Enthaltung von schlechtem Verhalten und Handlungen. 🙅 Wenn du fastest und ein anderer muslimischer Schüler nicht, solltest du darauf achten, dass er sich wegen seiner Entscheidung nicht unwohl fühlt, verurteilt oder gemobbt wird. Deine Entscheidung, zu fasten oder nicht zu fasten, ist sehr persönlich und geht nur dich und deinen Gott etwas an.

In öffentlichen Schulen mit Schülern unterschiedlicher ethnischer Herkunft kann es sein, dass es nicht viele fastende Schüler gibt. Es ist sehr wichtig, dass nicht-muslimische Schüler offen und akzeptierend sind und ihre fastenden Freunde unterstützen, damit sie sich wohl fühlen. 🙆

Das kannst du tun, indem du einfach mehr über die Ramadan-Bräuche erfährst und zu deinen Freunden nach Hause gehst, um dir die Dekoration 🎇 anzusehen oder das Fasten zu brechen. Es ist wirklich so einfach!

#3 Baue deine eigene Gemeinschaft und einen sicheren Raum auf

Wenn du Angst vor dem Fasten in der Schule 🏫 hast, ist es immer eine gute Idee, andere Muslime in der Schule zu finden, die auch fasten. Das Gemeinschaftsgefühl stärkt deinen Glauben, macht das Fasten leichter und hilft dir, dich gegenseitig aufzurichten. 

Und nicht nur das - Wir empfehlen dir auch, einen unterstützenden und sicheren Raum für dich zu finden und aufzubauen, in dem du dich wohl und akzeptiert fühlst, unabhängig von deinem Glauben. 👯

 

Für Eltern - Richtig über Religion und Ramadan sprechen

 

#4 Religiöse Praktiken in einem zeitgenössischen Kontext erläutern

Religion ist eine Lebensweise, aber was das für den Einzelnen bedeutet, ändert sich im Laufe der Zeit ständig. Es ist sehr wichtig, deinem Kind zu erklären, was der Ramadan ist, welche Absicht 🔬 hinter dem Fasten steht und wann es in Ordnung ist, nicht zu fasten

Genauso wichtig ist es, deinem Kind zu erklären, was dieser religiöse Brauch in seinem Alltag bedeutet. Wenn ein Kind zum Beispiel fastet, ist das eine gute Gelegenheit, auf die Bedürfnisse seines Körpers zu achten - wann es hungrig, durstig oder müde ist. 

Sind sie nicht nur beim Fasten, sondern auch bei ihren Handlungen achtsam? Essen sie bewusster, nehmen sie kleinere Portionen, damit kein Essen verschwendet wird? Unterlassen sie es, schlecht über andere zu reden und Gewalt 👊 auszuüben? Eltern sollten möglichst viele Möglichkeiten finden, die Absichten hinter kulturellen und religiösen Praktiken in den Alltag ihrer Kinder zu integrieren.

#5 Hilf deinem Kind, einen Zeitplan zu erstellen

Im Fastenmonat Ramadan ändert sich eine Menge. 😳 Fastende Muslime müssen vor Sonnenaufgang aufstehen, um zu essen, und regelmäßige Gebete sind ein fester Bestandteil der Praxis. Deshalb solltet ihr als Eltern besonders darauf achten, dass ihr euren Kindern dabei hilft, einen Zeitplan zu erstellen, der ihre Produktivität maximiert, ohne sie zu ermüden

Eltern sollten ihnen zum Beispiel dabei helfen, die Lernzeiten ⏰ auf einen früheren Zeitpunkt am Tag zu verlegen, denn Dehydrierung kann die Konzentration erschweren.

Im Ramadan geht es darum, dein Leben zu vereinfachen und zu reflektieren: Deshalb ist es wichtig, dass du deinen Kindern beibringst, Prioritäten zu setzen. Eltern sollten ihren Kindern versichern, dass das Fasten nicht dazu gedacht ist, die alltäglichen Aufgaben, die jeder Einzelne hat, zu beeinträchtigen. ❌

Das bedeutet, dass Schule und Ausbildung immer Vorrang haben sollten, und dass sie alles, was sie tun, aufrichtig und mit ungeteilter Aufmerksamkeit tun.

#6 Ein rundum akzeptierendes Umfeld schaffen

Kinder aus muslimischen Familien haben während des Ramadan oft ein gesundes und lebendiges Umfeld zu Hause, sind aber dennoch ängstlich, 😢 was das Fasten in der Schule angeht. Das kann vor allem daran liegen, dass sie sich von ihren Mitschülern, Lehrern oder der Schule nicht verstanden fühlen, die vielleicht nicht viel über ihre Kultur wissen.

Als Elternteil ist es sehr wichtig, mit den Lehrern deines Kindes zu kommunizieren, um einen Wissensaustausch und einen Dialog 👥 zu gewährleisten, der für das Kind am besten ist. Du kannst nützliche Informationen weitergeben oder den Lehrern in der Schule erklären, was der Ramadan eigentlich bedeutet und wie sie dein Kind am besten unterstützen können. 

Gleichzeitig solltest du darauf achten, dass du keine unrealistischen 🤷‍♂️ Ausgleiche und Anpassungen verlangst, wie z. B. einen ganzen Monat lang keinen Sport zu treiben, da dies für den Rest der Klasse unfair sein kann!

#7 Informieren, kommunizieren und befähigen

Eltern sollten sich auch darauf konzentrieren, mit der Schulgemeinschaft einen Dialog über den Ramadan zu führen. Fastende Schüler haben vielleicht Angst vor dem Fasten 🙈 oder davor, darüber zu sprechen, wenn sie sehen, dass niemand sonst das Fasten anerkennt.

Schulversammlungen, Personalversammlungen, Rundschreiben und Aufsatzthemen können jedoch viel dazu beitragen, den Ramadan in der Schule zu verankern. Die Schulen könnten nach unterstützenden Richtlinien der Landes- und Stadtregierungen Ausschau halten, um sie an ihre Schulen anzupassen. 🤠

Sie können diese Bemühungen auch durch zusätzliche Informationsveranstaltungen und/oder Schulungen zum Thema Vielfalt und unterschiedliche Kulturen ergänzen, damit Schüler und Lehrer besser mit der religiösen und kulturellen Vielfalt in der Schule umgehen können.🧕 Um solche Aktivitäten anzustoßen, bedarf es jedoch oft erst einmal der Initiative der Eltern.

#8 Anpassungen für einen inklusiven Raum vornehmen

Einer der größten Streitpunkte in Schulen ist vielleicht die Frage, inwieweit eine Schule bzw. ein Lehrer sich auf fastende Schüler einstellen sollte. Der einfachste und beste Weg, diese Frage zu beantworten, ist, die Beteiligten zu fragen und Zugeständnisse zu machen, wo immer es möglich ist! 👩‍🏫

Wenn fastende Schüler die Mittagspause nicht zum Essen nutzen, können sie dann stattdessen 20 Minuten zu einer anderen Zeit beten, 🙏 ohne ihren Unterricht zu stören? Ist es angesichts der aufwändigen Routine des Fastens, Essens und Betens im Ramadan möglich, Fristen zu verlängern oder Prüfungen zu wiederholen, ohne den Schulplan zu beeinträchtigen? 

Wenn die Antwort auf diese Fragen "Ja" lautet, 👌 ist die Schule vielleicht bereit, Zugeständnis machen. Wenn nicht, kannst du versuchen, mit den fastenden Schülern und deren Eltern selbst eine andere machbare Lösung zu finden. Du musst nur offen für einen Dialog sein!

 

Fazit 

 

Bei all dem ist es wichtig zu bedenken, dass keine Regel und kein Ratschlag für alle verallgemeinert werden kann. 😎 Es ist auch wichtig anzuerkennen, dass Schüler, Lehrer und Eltern in Schulen oft mit Gruppendruck, Mobbing, Urteilen, Ausgrenzung und Diskriminierung aufgrund ihres religiösen oder kulturellen Hintergrunds konfrontiert sind.

Das Wichtigste, was wir als Lernende und Eltern tun können, ist jedoch, offen für neue Ideen und bereit für Veränderungen zu sein. Solange alle Beteiligten die besten Absichten haben, sind Fragen stellen, diskutieren, lernen und sich anpassen der Weg zu einer integrativen und respektvollen Gesellschaft für alle Gemeinschaften! 😍

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