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Ist Ausgehen auch wichtig?

Jenseits der Horrormeldungen von Kindern und Jugendlichen über dem Promillelimit, haben diese das ganz selbstverständliche Bedürfnis, mit ihren Freunden zu feiern. Genauso wie für Erwachsene ist der Wunsch einmal loszulassen und über die alltägliche Strenge zu schlagen, groß. Party ist aber nicht nur ein Feierritual, sondern auch ein Vorgang in dem soziale Verhaltensweisen und Gruppendynamiken gelernt und ausprobiert werden. Die Liebe wird gefunden oder entdeckt, Freundschaften werden geschlossen oder gefestigt, Probleme ausgeräumt oder erst geschaffen. Es wird diskutiert, Seelenleid geklagt, Kummer bewältigt, Spaß und Freude gelebt - ohne, dass man sich an den Grenzen des Alltags festklammern muss.

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Spielräume besprechen!

„Kinder brauchen Handlungsspielräume, nur dadurch können sie Begriffe wie Verantwortung für sich und andere, Konsequenz und Selbständigkeit erlernen. Nur so werden sie eine Persönlichkeit, die ihr Leben eigenständig meistern kann", meint Dirk Tschentscher, Sozialpädagoge, der sich auf das Partyverhalten Jugendlicher spezialisiert hat. Klingt alles sehr ernst und weit weg von den Freuden einer ausgelassenen Party, aber gerade in diesem enthemmten Bereich sollten Kinder mit Regeln ausgestattet werden. Entscheidend aber ist, „...dass die Regeln mit den Kindern gemeinsam besprochen und festgelegt werden. Nichts reizt mehr diese zu brechen, als die Tatsache, dass sie von den Eltern allein bestimmt werden. Das ist quasi eine Einladung zum Verbotsübertritt.“

Folgendes ist wichtig zu besprechen: Alkohol für wen, was und wie viel. Regelungen über das Rauchen und den Umgang mit Drogen. Richtlinie für den Umgang mit Genussmitteln in der Öffentlichkeit ist das Jugendschutzgesetz. Seine Bestimmungen sollten auch als Leitlinie innerhalb der Familie akzeptiert sein. Festgelegt werden sollten ebenfalls genaue Zeiten. Tschentscher rät, die Partynacht bei unter 16-jährigen um 22:00 Uhr enden zu lassen. In Ausnahmefällen ist spätestens Mitternacht die Heimkehr angesagt. Eine Notfallnummer sollte zwischen Eltern und Kind ausgemacht werden, falls die Stimmung ins Gegenteil kippt. Und, es sollte auch verhandelt werden wer kommt beziehungsweise mit wem man geht. Dabei ist es durchaus sinnvoll auch Kontakt zu den anderen Eltern aufzunehmen, um im Vier-Augen-Gespräch deren Regelvorstellungen in den Abend einfließen zu lassen. Davon müssen die Kinder nichts wissen, denn das würde das ihnen entgegengebrachte Vertrauen von vorn herein unterspülen. Aber es gibt ja Telefone und Elternabende. „Wenn diese Eckpunkte gemeinsam besprochen wurden, dann sind die größten Gefahrenherde zumindest mal durchdacht worden. Der Rest ist Vertrauen und klare Konsequenzen bei Verstößen gegen diese Regeln.“, fasst Dirk Tschentscher zusammen.

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Vertrauen, Vertrauen, Vertrauen

Auch wenn Grenzen und Feierlaune auf den ersten Blick nicht zusammen passen, so sind sie doch Voraussetzung für eine Party ohne darauf folgenden Kater - für jugendliche Ausgelassenheit ohne schwere Folgen. Wichtig ist, dass das Regelwerk neben der gemeinsamen Diskussion darüber auch erklärt wird. Die Folgen eines Handelns müssen dargestellt werden. Es muss klar werden, welchen Sinn Eltern hinter bestimmten Verboten sehen. Generell sind diese Rahmenbedingungen nicht nur für den Partykeller zu Hause sinnvoll. Sie gelten auch, wenn die junge Frau oder der junge Mann auf die Partymeilen der deutschen Innenstädte entschwinden möchte oder unter die Discokugeln der Vorstädte. Der Rest ist Vertrauen.
Denn der größte Fehler im Umgang mit den jungen Nachtschwärmer ist Bevormundung, gibt der Sozialarbeiter Tschentscher mit auf den Weg in die Glitzerwelten.

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