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Wie dem Kind sagen, dass es keinen Weihnachtsmann gibt?

 

Kapitel:

  1. Soll ich mein Kind an den Weihnachtsmann glauben lassen?
  2. So sprichst du mit deinem Kind über den Weihnachtsmann
  3. Der Zauber der Feiertage liegt in der Familie

Es gibt gar keinen Weihnachtsmann. 🙅 Aber in der Vorweihnachtszeit und über die Feiertage ist der Weihnachtsmann überall und taucht in Schaufenstern, als Wohnzimmer-Dekoration und auf Geschenkpapier auf.  Früher oder später wird dein Kind also von allein danach fragen, ganz egal, welche Bräuche ihr in der Familie pflegt. Von Nikolaus über Weihnachtsmann bis hin zum Christkind, irgendwann wirst du mit dem Nachwuchs ein Gespräch führen.

Die Frage nach dem Weihnachtsmann (oder zu anderer Jahreszeit auch nach dem Osterhasen) kann bei Eltern gemischte Gefühle 😵 auslösen. Natürlich wollen wir die Neugier des Nachwuchses befriedigen, setzen die Wahrheit oft aber auch mit Enttäuschung gleich, weil sie eine schöne Illusion des Kindes zerstört.  Aber lässt Ehrlichkeit wirklich die Magie der Weihnachtsfeiertage 🪄 verblassen? Wir geben dir Tipps, wie du mit deinem Kind offen über den Weihnachtsmann sprechen kannst.

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Soll ich mein Kind an den Weihnachtsmann glauben lassen?

 

Der Weihnachtsmann ist eine Symbolfigur, die in unserer Kultur eng mit dem Brauch des Schenkens zu Weihnachten verbunden ist. Ob Santa Claus, Väterchen Frost, Samichlaus, Sinterklaas oder Christkind, Variationen gibt es viele. Was das Schenken anbelangt kommt es für die Kinder weniger auf die Details an als darauf, dass die bunt verpackten Pakete unter dem Weihnachtsbaum nicht von den Eltern stammen, sondern auf wundersame Weise ihren Weg unter den Weihnachtsbaum 🎄 gefunden haben.

Diese Magie, dass Dinge wie von Zauberhand passieren, ist für Kinder so wichtig.  Ob du viel oder wenig über den Weihnachtsmann erzählst, die Fantasie deines Kindes fabuliert sich von selbst eine eigene Welt und eigene Erklärungen zusammen. Das ist ein natürlicher Teil der Entwicklung. 

Die “Lüge” vom Weihnachtsmann: eine Frage der Moral?

Als Eltern denken wir schnell in moralischen Kategorien: Beflügeln wir die Fantasie der Kinder weiter und halten wir die Illusion rund um den Weihnachtsmann aufrecht, ist das eine 🤭 Lüge, welche der Nachwuchs irgendwann aufdecken wird. Gerade in der “magischen Phase” denken Kinder aber nicht derart kategorisch und brauchen nicht für alles eine absolut logische Erklärung. 

Der Weihnachtsmann ist nur eine von vielen Fantasiefiguren, die dein Kind für eine Weile begleiten werden. Um dich selbst zu beruhigen, kannst du Geschichten vom Weihnachtsmann, Christkind oder Nikolaus also eher als Notlüge oder als Märchen sehen—im Märchen passieren auch Dinge, die es im realen Leben nicht gibt. Kinder begreifen, dass unabhängig von Zauber und Fabelwesen am Ende die Botschaft 💭 steht.

Denn gerade “gute” Fantasiefiguren wie der Weihnachtsmann erfüllen eine Vorbildfunktion. Sie bestärken das Kind darin, Positives zu tun, zu helfen und das eigene Handeln zu reflektieren. Manche Eltern mildern deswegen den Weihnachtsmann auch ab oder klammern Aspekte aus, etwa die Rute oder auch Knecht Ruprecht, den Begleiter des Nikolaus. 😲

Das ist vollkommen in Ordnung, denn du solltest die kindliche Fantasie nicht instrumentalisieren: “Bist du nicht brav, bringt dir der Weihnachtsmann keine Geschenke!” Damit setzt du dein Kind nur unter Druck und verursachst womöglich Ängste.  😟

 

So sprichst du mit deinem Kind über den Weihnachtsmann

 

Das Gespräch über den Weihnachtsmann hat etwas von rationaler Aufklärung.  Als Eltern mit Vernunft und Verantwortung machen wir uns Gedanken darüber, das Ansprechen zu planen und vorwegzunehmen. Du musst aber wirklich kein schlechtes Gewissen haben, wenn du den Dingen ihren Lauf lässt. 

Die “magische Phase” mit Fantasiefiguren und imaginären Freunden dauert bei Kindern ungefähr bis zum Alter von fünf oder sechs Jahren an. Praktischerweise also bis zur Einschulung. Viele Eltern befürchten, dass ihr Kind in der Schule eine große Enttäuschung erlebt, wenn andere Kinder den Glauben an den Weihnachtsmann ins Wanken bringen oder es zu Hänseleien kommt. 😞

Es kann aber auch sein, dass dein Kind bis zum Alter von neun Jahren eine rege Fantasie zeigt und an allerlei erfundene Wesen glaubt. Wann auch immer dein Kind den Weihnachtsmann in Frage stellt, wichtig ist einfach, dass du Feingefühl beweist. Interessiert sich dein Kind auf einmal für die logischen Details (“Wie kann der Weihnachtsmann allen Geschenke bringen?) oder für die Bräuche in anderen Familien? Will der Nachwuchs wissen, was du selbst glaubst, oder hat dein Kind Angst, dass mit dem Weihnachtsmann auch andere Bräuche enden und es keine Geschenke mehr gibt? 🌲

Wertvoller als konkrete Antworten auf die Fragen deines Kindes sind Sicherheit und Rückhalt. Zeige im Gespräch, dass du die Zweifel ernst nimmst und für dein Kind da bist. Gib der kindlichen Vorstellung Raum—das geht am einfachsten mit Gegenfragen: “Was ist deine Vorstellung? Woran glaubst du? Was heißt Weihnachten für dich?” ❄️

 

Der Zauber der Feiertage liegt in der Familie

 

Beim Brauch des Schenkens geht es ja nicht nur um die vielen verpackten Pakete, sondern auch um das Schenken von Freude. 🙂 Hier gehören Stimmung, Fantasie und Geschichten dazu. Die magische Illusion und “das Märchen” vom Weihnachtsmann sind also keine Lüge, auf die dein Kind ab einem gewissen Alter nicht mehr “reinfällt”, sondern lassen die Feiertage zu etwas Besonderem werden. Der Nachwuchs versteht, dass die Botschaft hinter dem Spektakel lautet: “Wir haben dich lieb!”

So verpackt kommen übrigens auch größere Geschwister ganz gut damit zurecht. Glaubt ein älteres Kind nicht mehr an den Weihnachtsmann, kannst du “verschwörerisch” darum bitten, dem Jüngeren zuliebe die Illusion zu wahren. Überhaupt gibt es einen interessanten Effekt: Viele Kinder verlieren den Glauben an den Weihnachtsmann, spielen für die Eltern aber einfühlsam noch mit, weil denen das Theater anscheinend wichtig ist.

Mit dem “Ende des Weihnachtsmannes” 🫠 muss für dein Kind aber nichts verloren gehen, denn die Bräuche in der Familie können sich schrittweise ändern. Statt dass dein Kind einen Wunschzettel schreibt und sehnlichst auf den Heiligen Abend wartet, kannst du es mehr in die Vorbereitungen mit einbeziehen, von Backen bis Baum Schmücken. 🎍

Das 🧠 “aufgeklärte Wissen”, dass es den Weihnachtsmann gar nicht gibt, bringt dann keine Enttäuschung, sondern mehr Verantwortung und neue Aufgaben, denen sich dein Kind voller Stolz widmen wird. So spürt dein Kind, dass ihr als Familie zusammen gehört, und darin liegen letztlich ja auch Glanz und Zauber von Weihnachten!

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