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Das ewige Spiel...

Die Hausaufgaben sind fertig, dabei ist die Schultasche noch nicht mal ausgepackt? Kann doch gar nicht sein! Viele Eltern reagieren verständlicherweise genervt, wenn auf Fragen unwahre Antworten folgen – wollen sie doch ihren Kindern beibringen, dass Flunkern nicht zum guten Umgang miteinander gehört.
Moralisch gesehen ist das zwar ein gutes Erziehungsziel, doch im Alltag wohl zum Scheitern verurteilt. Die meisten Menschen greifen dann und wann zu kleinen Flunkereien, um sich das Leben zu erleichtern oder einer unangenehmen Situation auszuweichen. Auch Kinder probieren sich aus und erkunden mit Worten, welche Regeln gelten oder wie sie vielleicht auch umgangen werden können.

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Unter Siebenjährige lügen nicht.

Bei Kindern unter sieben Jahren dürfe von Lügen im eigentlichen Sinne auch noch gar nicht gesprochen werden, sagt Simone Rüssel, Familiencoach und Koordinatorin des Instituts für Elternbildung Berlin/Brandenburg: „Kleine Kinder können Realität und Fantasie oft noch nicht richtig auseinanderhalten und erzählen deshalb manchmal Geschichten, die nicht stimmen.“ Zudem fehle noch die Fähigkeit, Situationen als Ganzes zu überblicken. Aus der Sicht des Kindes ist zum Beispiel das Zimmer aufgeräumt, obwohl nur eine Kiste vollgepackt ist und ansonsten noch Chaos herrscht.

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Kleine Pinocchios

Ab dem Grundschulalter nutzen Kinder kleine Flunkereien schon gezielter. Die Schokolade im Schrank ist verschwunden, aber niemand hat sie gegessen. Das Zähneputzen ist schon erledigt, obwohl die Zahnbürste nicht angerührt wurde. Kinder wollen, genau wie Erwachsene, den leichtesten Weg finden, um sich das Leben angenehmer zu machen. Oft genug sind die Flunkereien für Eltern völlig offensichtlich und leicht zu durchschauen. Es ist wichtig, nicht wütend darauf zu reagieren. Dennoch ist es wichtig, so früh wie möglich zu intervenieren und die Flunkerei nicht durchgehen zu lassen. Wenn Eltern merken, dass das Kind gelogen hat, sollte es darauf angesprochen werden.

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Wie soll ich darüber sprechen?

Dabei gelte es zum Beispiel zu erklären, welche Rolle Vertrauen in der Familie spielt und das es bestimmte Regeln gibt, die eingehalten werden müssen. Kinder lernen in der Auseinandersetzung mit den Eltern und natürlich auch an ihrem Vorbild moralische Wertmaßstäbe. Ein gutes Hilfsmittel seien Bücher, Hörspiele oder Geschichten rund um das Thema Ehrlichkeit, sagt Rüssel, wie zum Beispiel die Geschichte von Pinocchio und seiner immer länger werdenden Lügennase. „Wichtig ist es, mit Gelassenheit auf die Flunkerversuche der Kinder zu reagieren und nicht mit Ablehnung oder sogar Kontrolle.“

Wenn sich bei älteren Kindern und Teenagern die Lügen anhäufen, wird die Geduld der Eltern jedoch auf die Probe gestellt. „Hier sollten Eltern auf jeden Fall genauer hinschauen und überlegen, welche Ursachen dahinterstecken können“, rät die Fachärztin. Sie ist überzeugt, dass Lügen bei älteren Kindern häufig einen Mangel offenbaren. „Niemand lügt schließlich ohne Grund.“ Manche Lügen seien sicherlich nur der Bequemlichkeit geschuldet. Andere wiederum seien aber auch ein Ausdruck von Not, die es zu erkennen gilt.

Es ist wichtig den Grund für das Lügen herauszufinden

Eine mögliche Ursache könne zum Beispiel eine strenge Erziehung sein. Wenn Kinder sich eingeschränkt fühlen, nutzen sie Lügen, um sich Freiräume zu erkämpfen. Beispiel dafür gibt es viele: Zu hohe Anforderungen im Familienleben, zum Beispiel durch häusliche Pflichten oder eher strenge Regeln bezüglich Ausgehzeiten oder Bekleidung. Manche Kinder lügen aus Angst vor Konfrontation oder Ablehnung, vielleicht weil sie schon häufiger die Erfahrung gemacht haben, dass sie Ärger bekommen, wenn sie die Wahrheit sagen. Man sollte Kinder auch loben, wenn sie mit der Wahrheit rausrücken, so schwer das in manchen Situationen auch fällt.

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Schämen Sie sich nicht, wenn Sie es nicht ohne Profi schaffen

Für Eltern ist die Ursachenforschung knifflig, besonders wenn die Kinder selbst sich ihrer Notfall-Strategien gar nicht bewusst sind. Deshalb ist es sehr wichtig, nicht mit einer Anti-Haltung oder Vorwürfen auf die Kinder einzugehen, sondern sehr verständnisvoll und zugewandt nachzufragen. Eltern sollten nicht zögern, sich frühzeitig Hilfe zu suchen, wenn sie merken, alleine nicht mehr weiterzukommen.

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