ERZIEHUNG

Die 6-Jahres-Krise bei Kindern: Definition, Symptome & 3 Tipps für Eltern

 

Kapitel:


  1. Was ist die 6-Jahres-Krise?
  2. Wie lang dauert die 6-Jahres-Krise?
  3. Symptome der 6-Jahres-Krise
  4. 6-Jahres-Krise: 3 Tipps für Eltern

Trotzphase und Pubertät sind nicht die einzigen Abschnitte in der kindlichen Entwicklung, die es in sich haben. Auch die 6-Jahres-Krise stellt so manche Eltern vor eine Herausforderung! Die einen Kinder sind in dieser Zeit ungewöhnlich launisch und widerspenstig, während sich die anderen zurückziehen oder ängstlich an ihre Eltern klammern. Wie du die 6-Jahres-Krise bei deinem Kind erkennst und wie ihr die Krise gemeinsam überwinden könnt, erfährst du jetzt! 💪 ⬇️

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1. Was ist die 6-Jahres-Krise?

 

Erwachsenwerden ist gar nicht so leicht. Weder für Kinder noch für ihre Eltern. Denn bei der Entwicklung vom Kind zum Erwachsenen gibt es immer wieder Phasen, in denen große Veränderungen stattfinden und die deshalb eine Herausforderung darstellen. 👶 ➡️ 👩

Als erstes steht im Alter von 2 bis 4 Jahren die Trotzphase an. Mit Geheul und Gezeter wollen kleine Trotzköpfe ihr Umfeld dazu bringen, nach ihrer Pfeife zu tanzen. Wie du damit richtig umgehst und diesen Lebensabschnitt gut überstehst, erfährst du in meinem Artikel über die Trotzphase bei Kindern

Viele Eltern glauben, dass dann erst mal eine Verschnaufpause bis zur Pubertät angesagt ist. Natürlich ist das gut möglich. Aber manche Kinder durchleben auch zwischen Trotzphase und Pubertät eine Umbruchphase. In der Pädagogik wird dieser Abschnitt in der Entwicklung eines Kindes als 6-Jahres-Krise oder Wackelzahnpubertät bezeichnet. 💡

Wackelzahnpubertät deshalb, weil während dieser Zeit die ersten Milchzähne zu wackeln beginnen und schließlich ausfallen. Überhaupt kommt es während der 6-Jahres-Krise zu großen körperlichen und seelischen Veränderungen. Jedes Kind reagiert darauf anders ‒ manche zeigen starke Symptome, andere wiederum kommen mit den Veränderungen leichter klar und verhalten sich gar nicht anders als gewöhnlich. 🦷

Die 6-Jahres-Krise ist die Entwicklung vom Kleinkind zum Schulkind. Der Beginn der Schulzeit ist natürlich ein Riesenschritt für Kinder. Auf einmal wird ihnen deutlich mehr Selbstständigkeit abverlangt: Sie müssen vielleicht alleine den täglichen Schulweg meistern, in der Schule aufpassen und mitarbeiten und am Nachmittag die Hausaufgaben erledigen. Manche Kinder sind damit überfordert und die neu gewonnene Autonomie bereitet ihnen Angst. 😩

Andererseits fordern Kinder ihre Selbstständigkeit während dieser Zeit auch aktiv ein und wollen zum Beispiel die Wahl der Schuljause selbst übernehmen. Wenn sie das aber nicht dürfen und die Mutter auf einem Apfel statt des gewünschten Schokoriegels besteht, werden sie schnell wütend. 🍫 🍏 😠

Die Wackelzahnpubertät könnte man also so zusammenfassen: Das Kind kann sich nicht entscheiden, ob es lieber noch ein kleines Kind bleiben will oder doch schon wie ein Erwachsener behandelt werden möchte. 👶 ↔️ 👩

Schauen wir uns jetzt einmal an, wann die 6-Jahres-Krise beginnt und wann sie wieder aufhört: ⬇️

 

2. Wie lang dauert die 6-Jahres-Krise?

 

Die Wackelzahnpubertät beginnt meistens mit 5 Jahren bzw. kurz vor der Einschulung. In diesem Alter sind Kinder endgültig keine Kleinkinder mehr. Dementsprechend beginnen auch die kindlichen Milchzähne zu wackeln und fallen aus, damit die “echten”, bleibenden Zähne nachwachsen können. 🦷

Meistens dauert die 6-Jahres-Krise bis zum 7. Lebensjahr, manchmal aber auch länger. Dann kann es sein, dass sich die Wackelzahnpubertät mit der Vorpubertät überschneidet und die beiden Entwicklungsphasen ineinander übergehen. 💡

Aber ganz egal, wie lang die 6-Jahres-Krise bei deinem Kind dauert ‒ eines ist sicher: Es ist nur eine vorübergehende Phase und schon bald ist dein Kind wieder umgänglicher! Versprochen! 😉

Du vermutest, dass dein Kind gerade in der 6-Jahres-Krise steckt? Um sicherzugehen, verrate ich dir jetzt, an welchen Symptomen du die Wackelzahnpubertät erkennst: ⬇️

 

3. Symptome der 6-Jahres-Krise

 

1. Körperliche Veränderungen

Einerseits kommt es während der Wackelzahnpubertät zu großen körperlichen Veränderungen: Nicht nur die Milchzähne fallen aus. Überhaupt nimmt der Körper eine neue Form an: Während Kleinkinder oft noch ein wenig pummelig und unbeholfen sind, entwickeln sich jetzt Muskeln und der Körper streckt sich. Dadurch funktioniert auch die Koordination anders und muss umgestellt werden. An diesen neuen Körper müssen sich Kinder erst mal gewöhnen! 🏃

2. Ängste & Alpträume

Aber nicht nur der Körper, auch die Gefühle spielen verrückt. Oft hängt das eine mit dem anderen zusammen: Denn manchen Kindern macht das Ausfallen der Zähne und die anderen körperlichen Veränderungen richtiggehend Angst. Dazu kommt der Abschied vom Kindergarten, von der vertrauten Umgebung und vielleicht sogar von Freunden, die eine andere Schule besuchen. All diese Veränderungen sind verständlicherweise angsteinflössend. So kann es passieren, dass Kinder sich während der 6-Jahres-Krise krampfhaft an ihre Eltern klammern und lieber wieder ganz klein sein wollen. Diese Gefühle und Ängste werden im Schlaf verarbeitet, weshalb manche Kinder unter Alpträumen leiden. 😱

3. Stimmungsschwankungen

Typisch für die Wackelzahnpubertät sind Gereiztheit und Launenhaftigkeit. Kinder ändern minütlich ihre Meinung und lassen sich von Kleinigkeiten aus der Ruhe bringen. In einem Moment himmelhoch jauchzend, im anderen zu Tode betrübt ‒ kommt dir das bekannt vor? 😊 😢

4. Wut- und Weinanfälle

Mit den Stimmungsschwankungen können auch heftige Wut- und Weinanfälle einhergehen. Die Kinder gehen ja jetzt in die Schule und sind deshalb der Meinung: “Ich bin schon groß!” Deshalb fordern sie Eigenständigkeit ein und reagieren wütend, wenn sie nicht selbst entscheiden dürfen oder etwas alleine noch nicht schaffen. Auch Angst und Leistungsdruck können rebellisches Verhalten verursachen. Patzige Antworten, knallende Türen und zorniges Kindergeschrei verlangen Eltern so einiges ab. Aber keine Sorge: Bei den meisten Kindern ist der Ärger schnell wieder verflogen! 😡 ⏱️

5. Nähe vs. Distanz

Für Außenstehende ist vor allem das gleichzeitige Bedürfnis von Nähe und Distanz in der Wackelzahnpubertät schwer zu verstehen. Denn einerseits hören die Eltern immer wieder: “Geh weg, ich will meine Ruhe!” Andererseits kriechen die Kinder abends noch zu ihnen unter die Bettdecke, weil sie doch noch ein wenig Zuwendung vor dem Einschlafen brauchen. Wie sollen Eltern da noch den Durchblick behalten? 🤯

Damit du gut auf die Wackelzahnpubertät deines Kindes vorbereitet bist, verrate ich dir jetzt 3 Experten-Tipps für Eltern! So kannst du dein Kind während dieser Zeit bestmöglich unterstützen und die ganze Familie wird die Phase ohne gröbere Schwierigkeiten meistern: ⬇️

 

4. 6-Jahres-Krise: 3 Tipps für Eltern

 

1. Durchatmen und gelassen bleiben

Zornige Kinder, freche Antworten und ständige Zankereien können sehr anstrengend sein. Vielleicht schaffst du es in so einer Situation aber trotzdem, erst mal tief durchzuatmen, bevor dein Geduldsfaden reißt und du selbst auch ärgerlich wirst. Denn genau das ist der Haken: Wenn du auf dein zorniges Kind mit Zorn reagierst, seid ihr beide zornig. Alle fühlen sich unwohl und niemandem ist geholfen. Versuch’s stattdessen mit Gelassenheit und nimm das Verhalten deines Kindes nicht persönlich! Lass dich nicht provozieren: Dein Kind weiß nur nicht, wohin mit seinen Gefühlen ‒ mit dir hat das an sich gar nichts zu tun! 🙏

Also: Durchatmen und Ruhe bewahren! Damit entschärfst du jede noch so angespannte Situation! 🧘

2. Zuhören und Verständnis zeigen

Vergiss nicht, dass dein Kind während der 6-Jahres-Krise große körperliche und seelische Veränderungen durchmacht. Kein Wunder also, dass die Heranwachsenden manchmal unsicher und unausgeglichen sind! Versuche, dich in dein Kind hineinzuversetzen: Stell dir vor, du steckst plötzlich in einem neuen Körper fest (Erinnerst du dich noch an den Film Freaky Friday mit Lindsay Lohan? 😊) und verstehst deine eigenen Gefühle nicht mehr ‒ das ist nicht besonders angenehm. 😮

Bleib also verständnisvoll! Und vor allem: Hör deinem Kind zu! Besonders in schwierigen Phasen ist es unglaublich wichtig, dass dein Kind mit seinen Ängsten und Sorgen jederzeit zu dir kommen kann! Gemeinsam findet man immer eine Lösung! Erfahre mehr dazu in unserem Artikel zum Thema “Füreinander da sein”! 📲

3. Loslassen und Halt geben

Für Kinder ist es ganz schön verwirrend, dass sie einerseits Dinge alleine angehen wollen, andererseits aber schnell bemerken, dass sie dafür noch ihre Eltern brauchen. Und auch für Eltern kann es eine Herausforderung sein, Schulkindern einerseits gewisse Freiheiten einzuräumen und ihnen andererseits aber auch Grenzen zu setzen. Es kommt also auf die richtige Balance zwischen Loslassen und klaren Regeln an! ⚖️

Auf der einen Seite braucht ein Kind genug Raum, um sich frei entfalten zu können! Für Eltern bedeutet das: Loslassen und Kindern eine gewisse Eigenständigkeit zugestehen. Nur so werden sie sich zu selbstständigen, eigenverantwortlichen Erwachsenen entwickeln! Auf der anderer Seite brauchen Kinder im Grundschulalter aber auch noch ganz viel Zuwendung und klare Regeln. Denn das gibt ihnen Halt und Sicherheit. Um die richtige Balance zwischen Freiheit und Sicherheit zu finden, lies dir gleich meinen Artikel “Klare Regeln oder grenzenlose Freiheit?” durch! 📲

Auf jeden Fall ist die Wackelzahnpubertät kein Grund, in Panik zu verfallen. Es ist nur eine vorübergehende Phase! Und aus der Krise wird dein Kind gestärkt und reifer hervorgehen!

Falls dich die Meinung anderer Mütter zur 6-Jahres-Krise interessiert: Im erfolgreichen Mamsterrad-Podcast erfährst du von Imke und Judith allerlei Lustiges und Interessantes übers Mamasein, Babys und Kindererziehung ‒ und auch über die 6-Jahres-Krise. Hör dir die Podcast-Folge zur Wackelzahnpubertät doch gleich an! 📲 👂

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