Lernmotivation

Belohnungssystem Star Charts: Steigert es die Lernmotivation?

 

Kapitel:


  1. Was sind Belohnungssysteme?
  2. Star Charts - Pro und Contra
  3. Ein Beispiel für Star Charts in der Grundschule
  4. Star Charts - auch für Jugendliche und Erwachsene?
  5. Extra-Tipps: das Spiel Habitica und Druckvorlagen

Eine der großen Herausforderungen für Schüler und Studenten ist die Lernmotivation 🧠. Tipps und Techniken gibt es viele, entweder Lehrer und Eltern wenden sie an oder wir selber nutzen sie für uns.

Ein Klassiker ist die Belohnung: nach der Arbeit kommt das Vergnügen oder so ähnlich. Belohnungen werden oft angewandt und scheint viele Vorteile zu haben. Du kennst es bestimmt schon aus der frühen Kindheit: erst nach den Hausaufgaben Fernseher gucken oder Smiley-Stempel 🙂 in der Grundschule.

Star Charts oder Reward Charts sind eine Art Belohnungssystem, das gerne in der Grundschule genutzt wird, sich aber auch für Jugendliche und Erwachsene lohnt. Wir von GoStudent stellen es dir vor und schauen uns die Vorteile und Nachteile genauer an. ⭐

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Was sind Belohnungssysteme?

 

Belohnungssysteme in der Schule - sie werden meist in der Grundschule eingesetzt. Zu Omas und Opas Zeiten setzte man noch mehr auf Bestrafung ☝️ - das hat sich zum Glück geändert. 

Im Gegenteil, statt einer Strafe soll heutzutage gutes Verhalten belohnt werden und das wird häufig durch Belohnungssysteme in Form von Punkten getan. Gerne zum Beispiel mit Stern-Stickern ⭐, welche in die Start Chart geklebt werden. Neben Sternen können es auch andere Sticker sein, aufgemalte Smileys oder manchmal auch Murmeln im Glas. Ist eine Reihe voll, gibt es oft kleine Geschenke wie Gummibärchen oder einen Tag ohne Hausaufgaben.

Mit Punkten belohnt werden zum Beispiel ruhiges Verhalten im Unterricht, eine Woche gemachter Hausaufgaben, gute Mitarbeit, Zusatzaufgaben lösen, anderen helfen, usw. Die Kinder 🧒 sollen damit lernen, dass ein bestimmtes Verhalten zum Ziel führt.

Doch ist diese Methode wirklich hilfreich?

 

Star Charts - Pro und Contra

 

Schauen wir uns einige Vor- und Nachteile der Methode an:

Contra: Sinn geht verloren

  • Punktesysteme erzeugen extrinsische Motivation - das heißt, wir erfüllen Aufgaben nicht, weil sie Spaß machen oder sinnvoll sind, sondern nur noch für die Belohnung. Der eigentliche Sinn geht verloren. 🙁

Pro: Bietet Anreize

  • Richtig eingesetzt schaffen Star Charts gute Anreize 🌟, man sollte es nur nicht mit ihnen übertreiben und sie für die richtige Sache anwenden. Der eigentliche Zweck des belohnten Verhaltens sollte einem bewusst bleiben, bzw. das muss die Lehrkraft deutlich machen.

Contra: Andere Faktoren sind wichtiger

  • Star-Charts lohnen sich nicht, denn viel wichtiger für den Lernerfolg sind allgemeine Faktoren wie eine angenehme Lernumgebung, die Stimmung in der Klasse und eine gute Schüler-Lehrer-Beziehung. 👨‍🏫

Pro: Ist eine Ergänzung

  • Punktesysteme sollen diese Dinge nicht ersetzen, sondern eine Ergänzung bieten. Die individuelle Belohnung stärkt das Selbstvertrauen 💖 und verbessert damit die Motivation. Sie kann die Lernumgebung durch ihre Anreize auch verbessern und das System ist durch die Sticker sehr anschaulich.

Contra: Warum fehlt die Motivation?

  • Belohnungen können schaden, denn wir fragen nicht mehr nach eigentlichen Gründen für fehlende Motivation. Was steckt wirklich dahinter 🤔? Außerdem wirkt es so, als würde man nur Punkte für unangenehme Dinge bekommen. 

Pro: Dienen als Verstärker

  • Diese Fragen sollten natürlich an erster Stelle stehen. Die Punkte sind aber ein nützliches, einfaches Tool, das z.B. Abläufe im Unterricht verbessert. Sie sollten dort vor allem für besondere Anstrengungen und Leistungen vergeben werden (Extraaufgabe, soziales Verhalten). Man sollte sie als Verstärker sehen. 

Pro: Laut Psychologen effektiv

  • Psychologischen Erkenntnissen zufolge funktionieren Star Charts und ähnliche Systeme sehr deutlich 🌟. Man muss sie nur richtig anwenden und sie eignen sich nicht für jedes Kind bzw. jede Person. Natürlich wäre es super, alle Dinge einfach zu erledigen, weil man von ihrem Sinn überzeugt ist - doch im Alltag bewähren sich kleine Hilfsmittel 🔧 wie diese. Und gerade Kinder lernen durch die Konsequenzen ihres Verhaltens.

 

Ein Beispiel für Star Charts in der Grundschule

 

Eine bloggende Grundschullehrerin 👩‍🏫 beschreibt in einem Post ihr erfolgreiches Belohnungssystem. Ihre Methode: sie belohnt voneinander getrennt Organisation, Sozialverhalten und Hausaufgaben. 

Es gibt individuelle Sterne ⭐, wenn ein Kind angeforderte Dinge gleich am nächsten Tag mitbringt. Gemeint sind Unterschriften, Geld, Elternbriefe - damit spart die Lehrerin eine Menge wertvolle Zeit und Nerven.

Punkte für die ganze Gruppe 👩‍👩‍👧‍👧 gibt es dagegen im Gruppenglas (als “Muggelsteine”), zum Beispiel für gutes Sozialverhalten und gute Gruppenarbeit. Ist ein Glas voll, kriegt jeder Schüler einen individuellen Stern.

Daneben nutzt sie eine Star Chart in Form der Hausaufgabentafel 📊: wenn alle Kinder der Klasse ihre Hausaufgaben gemacht haben, gibt es für diesen Tag einen Stern. Stehen fünf Sterne auf der Tafel, erhält jedes Kind einen blauen Stern (der fünf Punkten entspricht).

Vergebene Belohnungen sind zum Beispiel eine Süßigkeit 🍬 im Tausch gegen zehn Sterne. 40 Sterne ergeben dagegen einen Hausaufgabengutschein, der 1x von den Aufgaben befreit.

Durch den Post der Lehrerin wird ein weiterer Vorteil deutlich: Star Charts sind ein effektives Tool, mit dem man auch viel Zeit ⏰ sparen kann. Sie helfen bei der Organisation des Unterrichts, gleichzeitig üben die Kinder damit gutes Sozialverhalten.

 

Star Charts - auch für Jugendliche und Erwachsene?

 

In der Grundschule lohnen sich Star Charts oder ähnliche Systeme also unterm Strich. Besonders Kinder mögen die anschaulichen Motive 👁️. Doch wie sieht es bei älteren Schülern, Jugendlichen und Erwachsenen aus? Ist die Idee auch etwas für Erwachsene?

Die Antwort lautet: ja, auch über die Grundschule hinaus lohnen sich Star Charts! Bei meiner Recherche fand ich kreative Ideen, wie erwachsene Leute die Methode für sich nutzen.

Die Bloggerin Morgan Meredith nutzt Star Charts, um sich auf Dinge zu fokussieren, die sie am Tag erfolgreich erledigt hat 🌟. Das Empowerment ist besonders für Leute gut, die selbstkritisch auf nicht Geschafftes schauen und sich davon runterziehen lassen. Sie persönlich nutzt das Tool für ihre psychische Gesundheit.

Es kann sich um alle möglichen positiven Verhaltensweisen handeln: ein Stern für eine bestimmte Menge getrunkener Gläser Wasser, ein Stern für jeden erledigten Punkt aus der To-Do-Liste ✔️ oder für an Freunde geschickte Messages.

Ihrer Meinung nach sorgt die Star Chart für mehr Zufriedenheit, weil man sich damit selber Anerkennung geben kann 🤩 - besonders in stressigen Zeiten. Für sie reichen die Sticker selbst als Belohnung, weil daran Freude hat. Möglich sind aber auch Belohnungen wie eine Pediküre für 20 erreichte Sterne. Ideen für gute Geschenke kann man auch mit Freunden oder dem Partner absprechen.

Für manche Leute mag es zu kindisch sein, Meredith sieht aber den anschaulichen, visuellen Nachweis der Star Charts als Vorteil, auch für Erwachsene.

Eine andere Bloggerin, Shaunta Grimes, hat ebenfalls Star Charts als Erwachsene wiederentdeckt. Ihre Herangehensweise: sie setzt sich tägliche kleine Ziele und klebt für das erfolgreiche Erledigen dann Stern-Sticker in ihren Kalender 📆. Auch hier geht es darum, Erfolge zu visualisieren. Die wachsende Sterne-Sammlung motiviert Grimes, immer weiter zu machen und ihren Zielen näher zu kommen. 

Ihr Tipp: die täglichen Ziele klein genug halten, sodass man sie gut umsetzen kann und sich beim Nichteinhalten ärgert, weil es eigentlich gar nicht so schwer ist. Was für Ziele, das kann jede Person selber entscheiden. Es können natürlich auch Lernziele sein, zum Beispiel 20 Minuten Vokabeln lernen, eine Nachhilfestunde bei GoStudent abschließen, eine Seite Hausarbeit schreiben, usw. Auf lange Sicht bilden viele, kleine Erfolge dann langsam große Erfolge, wie eine Fremdsprache zu meistern. 👍

 

Extra-Tipps: das Spiel Habitica und Druckvorlagen

 

Durch meiner Recherche fand ich das Spiel Habitica, bei dem die Idee von Star Charts und Co weitergedacht wird - besonders für Fans von Games. Inspiriert von Rollenspielen gamifiziert es 🎲 das Erledigen von Gewohnheiten und To-Dos, indem es diese Dinge in kleine Monster verwandelt, die man besiegen muss. 

Wie im Rollenspiel verbessert man seine Figur durch jedes besiegte Monster und kann sich immer bessere Ausrüstung 🗡️ kaufen. Auch andere Ideen des bestärkenden Lernens sind dabei, zum Beispiel zufällige Belohnungen. 

Ein weiterer Vorteil: man kann Habitica auch mit anderen spielen, mit ihnen zusammenarbeiten (gemeinsame Monster 👾 besiegen) und sich gegenseitig motivieren oder spielerisch in den Wettkampf treten. Möglich ist das ganze über die Webseite oder Handy-App. Das Spiel ist vom Hersteller sowohl für Lernerfolge, als auch für den gesunden Lebensstil gedacht.

Ich bin dafür, dass du deine eigenen Star-Charts als Miniposter, in einem Heft oder in deinem Kalender anlegst bzw. für dein Kind erstellst. Es gibt aber auch Druckvorlagen im Netz, hier zum Beispiel mehrere Varianten oder hier eine mit Platz für 3 Ziele. Ein größeres Angebot gibt es für englische Charts, vielleicht wirst du auch hier fündig.

Unser Fazit: Ja, Star Charts steigern die Motivation und sorgen für Erfolgserlebnisse - sie sind aber nicht für jeden geeignet. Probier es einfach mal aus, für dich oder dein Kind.

Wir hoffen, dass du jetzt beim Thema Star Charts up-to-date bist und damit deine Ziele erreichst. Stern für Stern zum Erfolg! ⭐⭐⭐

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