SPRACHENLERNEN

Vokabeln lernen. So geht's!

Auf Ungarisch heißt „Nachttisch“ „éjjeliszekrény“, zu „Kräutern“ sagt man „gyógynövények“. Wie ich mir das merken kann? Ganz einfach: Ich nutze die effektivsten Lernmethoden, um mir die ungarischen Wörter einzuprägen. Diese Methoden und Tipps stelle ich dir im Folgenden vor. Denn Vokabellernen gehört zum Schulalltag dazu. Leider erweist sich das reine Auswendiglernen häufig als langweilig und mühsam. Ich verrate dir, wie Schüler Vokabeln leicht und abwechslungsreich trainieren können. ✔️

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Warum überhaupt Vokabeln lernen?

 

In jeder Schule steht wenigstens das Erlernen der englischen Sprache auf dem Stundenplan. Nach der Grundschule kommen meist noch weitere Fremdsprachen dazu. Auch wenn das bedeutet, dass es viel zu üben und zu wiederholen gibt, profitiert man vom Sprachenlernen das ganze Leben lang. Ja, es ist sogar gut für die Gesundheit. Eine Studie des University College London ist zu dem Ergebnis gekommen, dass Menschen, die mehrere Sprachen sprechen, seltener unter Alzheimer leiden als Gleichaltrige, die nur eine Sprache sprechen. Das Sprachenlernen hält unser Gehirn fit und schützt es vor dem Altern. 🧠

Außerdem steigert Mehrsprachigkeit die Karrierechancen. Heutzutage wird von vielen Arbeitgebern erwartet, dass man zumindest zwei Sprachen beherrscht. Daneben macht Multilingualismus auch toleranter und offener – eine fremde Sprache sprechen zu können, erleichtert dir auf Reisen die Kontaktaufnahme zu anderen Menschen. So schließt man schneller Freundschaften und erhält Einblicke in fremde Kulturen und Denkweisen. 🗣️

Um eine Fremdsprache zu erlernen, muss man zunächst über einen Grundwortschatz verfügen. Das ist wichtiger noch als die Grammatik einer Sprache. Denn es bringt nichts, alle Grammatikregeln zu beherrschen, wenn man diese Regeln gar nicht anwenden kann. Die Erweiterung des Wortschatzes erweitert auch den Horizont. Dadurch wird dein Kind neue Möglichkeiten entdecken, sich in der jeweiligen Sprache auszudrücken. Das Vokabellernen, sowie das Konjugieren von Verben wird ihm mit der Zeit immer leichter fallen und mehr Spaß machen, weil es schon auf grundlegende Sprachfertigkeiten zurückgreifen kann. 

 

Tipps und Methoden zum erfolgreichen Vokabellernen!

 

Vorab: Es gibt keinen Zaubertrick, um in kurzer Zeit möglichst viele Vokabeln zu erlernen. Man muss Zeit investieren und konzentriert bei der Sache sein. Ich kann dir allerdings dabei helfen, dass deinem Kind das Vokabellernen leichter fällt und Freude bereitet. War das bisher nicht der Fall, liegt das wahrscheinlich daran, dass es noch nicht die richtige Lernmethode für sich gefunden hat. Also, auf geht’s, schau dir meine Tipps an, probiere sie mit deinem Kind aus und finde die Lerntechnik, die ihm am meisten liegt! 🤗

Häppchenweise lernen ✍️ 

Kinder sollen etwa 20 Minuten am Stück lernen. So lange sind sie aufmerksam, bis ihre Konzentration nachlässt. Anschließend brauchen sie eine Pause von etwa 10 Minuten. Nach der Pause wird der Lernstoff wiederholt. Darauf folgt wieder eine zehnminütige Pause. Dann beginnt die nächste Runde mit neuem Lernstoff. Natürlich hat jeder Mensch eine individuelle Konzentrationsspanne. Achte darauf, wann dein Kind nicht mehr aufnahmefähig ist und eine Pause braucht! 

Am besten merkt man sich das Gelernte also, wenn man über eine relativ kurze Zeitspanne konzentriert bei der Sache ist und sich anschließend eine Pause gönnt. Mehrere kleine Lerneinheiten sind viel effektiver als nicht enden wollendes, monotones Auswendiglernen. Viele Schüler machen den Fehler, sich kurz vor dem Vokabeltest alle Wörter in einem stundenlangen Lernmarathon einprägen zu wollen. Damit überfordern sie ihr Kurzzeitgedächtnis und wundern sich in der Schule, warum sie so wenige Vokabeln behalten haben. Gewöhne dein Kind stattdessen daran, sich an einen intelligenten Zeitplan zu halten: jeden Tag nach dem Mittagessen 15 Minuten Vokabeln lernen, dann eine Pause und zuletzt 15 Minuten Wiederholung. Das reicht, um sich die Vokabeln zu merken und ist schnell erledigt.  

Mit allen Sinnen lernen 👀 

Je mehr Sinne beim Lernen miteinbezogen werden, desto besser prägt man sich die Vokabeln ein. Denn durch das Lernen mit allen Sinnen wird das Wissen tiefer verankert und nicht nur im Kurzzeitgedächtnis abgespeichert. Fordere dein Kind also dazu auf, die Fremdwörter nicht nur im Geist, sondern laut auszusprechen und zusätzlich niederzuschreiben.

Mein Tipp: Lass dein Kind die Vokabeln unbedingt handschriftlich notieren und nicht am Laptop abtippen. Einerseits werden so auch die motorischen Fähigkeiten stärker integriert – die Lernerfahrung wird also um noch einen Sinn erweitert. Außerdem läuft das Schreiben mit der Hand langsamer und bewusster ab. Deshalb wird dein Kind bei dieser Tätigkeit aufmerksamer sein, was wiederum dazu beiträgt, dass es sich das Geschriebene besser merkt.

Karteikarten verwenden 🖊️

Ich empfehle Schülern, Vokabeln mit Karteikarten zu lernen. Zuerst müssen die Karten beschriften werden – auf der einen Seite steht das Fremdwort, auf der anderen die Übersetzung in der Muttersprache. Das Beschriften stellt zwar einen Arbeitsaufwand dar, aber durch das handschriftliche Aufschreiben setzt man sich mit jedem Wort schon ein Mal auseinander und merkt sich dabei bereits einige Begriffe. Anschließend geht man die Vokabeln Karte für Karte durch und kontrolliert auf der Rückseite, ob man sie sich richtig eingeprägt hat. Die Wörter, die dein Kind schon beherrscht, kommen auf einen Stapel. Diejenigen, die es sich noch nicht gemerkt hat, auf einen anderen. Anschließend wird letzterer Stapel noch einmal geübt.

Durch die Kombination von Schreiben und Sehen werden beim Lernen mit Karteikarten zwei Sinne miteinbezogen. Außerdem ist es ein Erfolgserlebnis, den Stapel mit den bereits im Gedächtnis behaltenen Vokabeln wachsen zu sehen.

Nutze verschiedene Medien 📺 

Wie du inzwischen weißt, merkt man sich Vokabeln am besten, je vielseitiger die Lerntechnik ist. Diese Vielfalt kannst du noch ergänzen, indem du den passiven Wortschatz erweiterst. Das geschieht ganz automatisch, indem man nicht aktiv und bewusst lernt, sondern sich „nebenbei“ Wörter aneignet. Schau dir zum Beispiel mit deinem Kind einen Harry Potter-Film in der englischen Originalsprache an (vielleicht mit Untertiteln), hört einen italienischen Radiosender oder lest gemeinsam ein fremdsprachiges Buch. Hat dein Kind einen Lieblingssong in englischer Sprache? Schaut euch den Text einmal ganz genau an und übersetzt ihn. Wenn ihr das Lied das nächste Mal im Radio hört, werdet ihr jedes Wort mitsingen können. Gerade bei Filmen ist es nicht schlimm, wenn dein Kind anfangs nicht alles zu 100 Prozent versteht – es wird der Handlung dennoch folgen können, weil die bildliche Darstellung ausreicht. Wenn euch ein Wort auffällt, das oft vorkommt und das ihr nicht kennt, notiert es und schlagt seine Übersetzung später nach.

Bücher, Musik, Filme und Fernsehserien bieten sich besonders zum Vokabellernen an, weil sie die Wörter immer in einen Kontext setzen. Die Begriffe sind leichter zu merken, weil sie stets mit einer Szene, einer Person oder einer Melodie in Verbindung gebracht werden. 

Apps zum Vokabellernen 📱

Wenn dein Kind mit Karteikarten und Vokabelheften nicht viel anfangen kann, sollte es stattdessen eine der vielen Apps ausprobieren, die beim Lernen von Vokabeln eingesetzt werden können. Im Folgenden stelle ich dir meine (gratis) Lieblings-Apps zum Vokabellernen vor.

Mit der PONS Vokabeltrainer-App kannst du die 1.000 wichtigsten Wörter von 18 Sprachen kostenlos lernen (möchtest du die App über diese Grundfunktion hinaus nützen, musst du dafür zahlen). Die Wörter, die du im PONS Wörterbuch nachschlägst, werden automatisch vom Vokabeltrainer gespeichert und gesammelt. So kann dein Kind seinen Wortschatz nach und nach erweitern. Das Vokabeltraining besteht aus fünf verschiedenen Trainingstypen (Rubbelkarte, Textmarker, Kombinator, Buchstabensalat und dem abschließenden Vokabeltest). Die Lektionen sind nach verschiedenen Themengebieten sortiert (Essen & Einkaufen, Reisen & Einkaufen …). Mit den 1.000 Wörtern erlernt dein Kind einen soliden Grundwortschatz.

Mit Quizlet kann man sowohl am PC als auch am Handy spielerisch Vokabeln lernen. Man wählt aus verschiedenen Vokabelsets bzw. Themengebieten und kann selbst Sets zusammenstellen. Diese Sets können mit anderen Nutzern, Freunden und Schulkollegen geteilt werden. Bei dieser App lernt man mit virtuellen Karteikarten – durch Antippen kannst du die Übersetzung auf der Rückseite der Karte einsehen. Abwechselnd werden neue Vokabeln eingeführt und alte abgefragt. Daneben gibt es Sprachspiele und Tests. Die Auswahl an Lernsets ist riesig – sogar Mathematik, Geschichte und Philosophie kann dein Kind mit der App lernen. Für manche Funktionen wie das Hochladen eigener Bilder und das Ausblenden von Werbung braucht man ein Jahresabonnement.

Mit Duolingo kann dein Kind Englisch, Spanisch und Französisch lernen (die Anweisungen und Erklärungen sind dabei auf Deutsch). Mit englischen Anweisungen stehen noch mehr Sprachen zur Verfügung. Anfangs macht man einen Test, damit das Niveau des Lernenden festgestellt werden kann. Zur Motivation kann man sich dann ein tägliches Ziel setzen (zum Beispiel 10 Minuten Vokabeln üben am Tag) und erhält dafür eine virtuelle Belohnung. Mit dieser App lernt dein Kind nicht nur einzelne Vokabeln, sondern auch Phrasen und ganze Sätze. Es muss selbst Übersetzungen eintippen, Wörter in die richtige Reihenfolge bringen und hört auch die Aussprache aller Vokabeln. Die Aufmachung von Duolingo ist ansprechend und die App ist gänzlich kostenlos. Sie wird durch Werbung finanziert – diese ist allerdings unaufdringlich und stört nicht.

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Im Alltag Im spielerisch Vokabeln lernen – lustige Ideen und Aufgaben!

 

Vokabeln lernen mit Ober- und Unterbegriffen 🌹


Oberbegriffe sind Wörter, die eine allgemeine Bedeutung haben. Jeder Oberbegriff hat viele Unterbegriffe. Diese Unterbegriffe sind spezieller und genauer. „Pflanze“ ist zum Beispiel ein Oberbegriff für „Baum“, „Hecke“, „Blume“ etc. „Blume“ ist auch wieder ein Oberbegriff. Dazu gibt es die Unterbegriffe „Rose“, „Nelke“, „Orchidee“, „Tulpe“ usw.

Denke dir einen Oberbegriff in der Sprache aus, die dein Kind gerade lernt. Zu dem Oberbegriff soll es so viele Unterbegriffe wie möglich finden. Beispiele für Oberbegriffen sind „Fahrzeuge“, „Obst“, „Sportarten“, „Tiere“, „Musikinstrumente“, „Möbel“, „Berufe“.

Ihr könnt euch zum Beispiel vor den Kleiderschrank stellen und gemeinsam die fremdsprachigen Wörter für die jeweiligen Kleidungsstücke suchen. Was heißt „Bluse“ auf Englisch? Und „Strumpfhose“, „Socken“, „Mantel“, „Kleid“?

Oder ihr benennt jedes Möbelstück mit dem dazu passenden Fremdwort. Im Wohnzimmer findet ihr wahrscheinlich die Topfpflanze, das Fenster, den Armsessel, das Sofa, den Couchtisch, den Teppich usw. Ihr könnt die Begriffe zusätzlich auf Klebezettel notieren, die ihr auf dem jeweiligen Einrichtungsgegenstand anbringt. So verbindet ihr visuelle und motorische Kompetenzen.

Ein Spaziergang bietet sich an, um die Pflanzennamen der Fremdsprache zu erkunden. Was heißt „Baum“ auf Französisch? Oder „Gras“, „Strauch“, „Blatt“?

Mit dieser Übung lernt dein Kind außerdem, den Details Aufmerksamkeit zu schenken und sein Umfeld bewusst wahrzunehmen – es wird also die visuelle Wahrnehmung geschult. 

Vokabeln lernen mit Adjektiven 🌌

Adjektive oder sogenannte „Wie-Wörter“ beschreiben die Eigenschaften von Nomen, also WIE etwas oder jemand aussieht, schmeckt, riecht etc.

Bitte dein Kind etwa, positive Charaktereigenschaften in der Fremdsprache aufzuzählen. Diese Aufgabe kann man auch auf eine bestimmte Person beziehen: „Tante Karola ist freundlich, intelligent, hilfsbereit, humorvoll, musikalisch, fleißig, humorvoll, ordentlich und geduldig.“

Eine andere Möglichkeit ist, gemeinsam Wörter zu finden, die zum Beispiel den Himmel beschreiben: Der Himmel kann „wolkenlos“, „grau“, „dunkel“, „wunderschön“ oder „bewölkt“ sein. Dieselbe Übung könnt ihr auch mit Kleidung (das Kleidungsstück ist „kariert“ oder „gestreift“, „bunt“, „elegant“, „bequem“, „neu“, dreckig“) oder Lebensmitteln/Speisen (das Essen ist „salzig“, „ausgezeichnet“, „sauer“, „süß“, „versalzen“, „frisch“) machen.

Auch diese Übungen kann man leicht in den Alltag integrieren. Nehmt euch zum Beispiel während eines Spaziergangs kurz Zeit, den Himmel zu betrachten und zu beschreiben. Oder ihr sucht beim Abendessen nach den passenden Adjektiven für das Essen. Hoffentlich ist es nicht versalzen! 

Vokabeln lernen mit Antonymen 👶 🧓

Antonyme sind Gegensatzwörter. Zum Beispiel ist das Gegensatzwort von „dunkel“ „hell“, von „alt“ „jung“, von „Eingang“ „Ausgang“, von „geben“ „nehmen“.

Überlege dir ein Wort, zu dem dein Kind den Gegensatz finden soll. Wenn ihr also Englisch lernt, zum Beispiel „ask“ („fragen“). Das Gegensatzwort dazu ist „answer“ („antworten“). Oder „cry“ („weinen“) – „laugh“ („lachen“), „big“ („groß“) – „small“ („klein“).

Diese Übung ist ein wenig schwieriger. Denn sogar in der Muttersprache fallen uns Antonyme manchmal nicht auf Anhieb ein.

Das macht die Aufgabe aber umso spannender! So kannst du mit deinem Kind  gleichzeitig den Wortschatz der Muttersprache trainieren und deren Funktionsweise reflektieren. 💪

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