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Videospiele: 7 Vorteile & Nachteile für Kinder & Jugendliche

Geschrieben von Lucas Galindo | 14.06.2022 13:00:00

Kapitel:

  1. Vorteil: In Spielen meistern wir Schwierigkeiten
  2. Nachteil: Videospiele machen süchtig
  3. Vorteil: Gaming fördert das Gehirn
  4. Nachteil: Mangel an Bewegung
  5. Vorteil: Gaming ist sozial
  6. Nachteil: Die meisten Spiele enthalten Gewalt
  7. Vorteil: Mit Videospielen kann man lernen
  8. Fazit

 

👾 Zocken an der XBOX, Playstation oder am PC: Viele junge Eltern sind selber mit Videospielen aufgewachsen und spielen auch ab und zu selbst noch. Trotzdem stellt sich die Frage: Sind Videospiele überhaupt gut für Kinder?

Die Mediennutzung hat sich bei der neuen Generation stark verändert: Aktuell sind Handyspiele am beliebtesten, 📱 danach Konsolen wie die Playstation 4 oder 5. Erst darauf folgt der klassische PC und schließlich das Tablet.In unserem Artikel schauen wir uns einmal die Vorteile und Nachteile von Videospielen an, damit du dir eine Meinung bilden kannst. Viel Spaß beim Lesen! ➡️

 

1. Vorteil: In Spielen meistern wir Schwierigkeiten

 

Auch wenn Videospiele auf den ersten Blick nur als Unterhaltung gelten - Sie fördern zahlreiche wichtige Fähigkeiten bei Kindern und auch bei Erwachsenen. Die meisten Spiele konfrontieren Spieler zum Beispiel mit Herausforderungen, die man meistern muss: Wir bewegen uns durch knifflige Level, besiegen mächtige Gegner, suchen Wege und lösen Rätsel. ⚔️ Wir durchlaufen in digitalen Welten ganze Abenteuer und unsere Helden steigen auf.

Schwierigkeiten meistern und dranbleiben auch wenn es nicht immer einfach ist - das sind für Kinder und Jugendliche wichtige Erfahrungen. Sie lernen, mit Frust umzugehen, wenn es mal nicht so klappt, wie gewollt. Sie lernen auch, sich zu motivieren - denn am Ende lockt immer ein tolles Erfolgserlebnis. 🏆 Die jungen Leute erleben damit ihre Selbstwirksamkeit - also, dass sie durch ihr Handeln eine Wirkung erzielen können. 

 

2. Nachteil: Videospiele machen süchtig

 

Videospiele machen viel Freude, wir erleben dort je nach Spiel leicht Erfolge und merken manchmal kaum, wie schnell die Zeit vergeht. ⌛ Die Entwickler fügen auch komplexe Belohnungssysteme in ihre Spiele ein, damit der Spaß nicht aufhört. Ohne Risiken ist das nicht.

Dass Computerspiele süchtig machen können wurde inzwischen sogar von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) anerkannt. Besonders bei Onlinegames kann so eine Sucht entstehen, also bei Spielen wie World of Warcraft oder League of Legends.

⚠️ Von einer richtigen Sucht sprechen wir aber erst, wenn Betroffene die Kontrolle über ihr Verhalten verlieren. Das Zocken wird die oberste Priorität in ihrem Leben und sie nehmen negative Konsequenzen in Kauf. Ihre Gedanken kreisen fast nur noch um Videospiele. Die Ursachen liegen meist bei einem niedrigen Selbstwertgefühl, sozialen Schwierigkeiten und psychischen Problemen. 

Genauere Infos findest du in unserem Artikel über Online Game Sucht.

 

3. Vorteil: Gaming fördert das Gehirn

 

Computerspiele fördern neben dem Probleme lösen auch das logische Denken oder sensomotorische Fähigkeiten wie Reaktionsgeschwindigkeit und Hand-Auge-Koordination. 👁️ Durch das Gamen wird also unsere visuelle Aufmerksamkeit besser, das Gehirn kann selbst kleinste Objekte und parallele Ereignisse schneller und genauer einordnen. Auch in Beruf und Alltag bietet dies viele Vorteile.

Wer selber nicht spielt, ist oft überwältigt von der Geschwindigkeit, in der manche Videospiele ablaufen. Tausende Klicks und bunte Animationen, wohin man nur schaut. Doch mit etwas Training schafft unser Gehirn es locker! 🧠 Gerade bei professionellen Spielern aus dem E-Sport wird es rekordverdächtig. Auch wenn wir nicht wirklich vom körperlichen Sport sprechen können, Denksport ist es auf jeden Fall. 

Tipp: E-Sport haben wir in einem einem Artikel auch noch ausführlicher besprochen.

 

4. Nachteil: Mangel an Bewegung

 

Ein Risiko, dass man bei Videospielen auf jeden Fall beachten sollte, ist der Mangel an Bewegung. Ein großer Teil unseres modernen Lebens findet in der sitzenden Haltung statt, mehr und mehr Leute arbeiten in dieser Position. 🪑 Kinder und Jugendliche sitzen auch in der Schule schon viel. Wenn sie dann in ihrer Freizeit am Computer oder der Konsole spielen, verlängert sich die Sitzdauer noch weiter.

Solange es genügend Ausgleich durch Bewegung gibt, ist das Computerspielen natürlich kein Problem. 🤸‍♀️ Allerdings spielen manche Leute so viel, die sich sowieso schon ungern bewegen. Studien zeigen auch, dass die Kluft zwischen sportlichen und unsportlichen Kindern größer wird - und damit ist nicht gleich Übergewicht gemeint. Viel zu viele Kinder haben motorische Probleme, können also nicht gut auf einem Bein balancieren, usw. 

Wichtig ist, dass Kinder früh genug an Sport und Bewegung herangeführt werden und etwas finden, dass ihnen Spaß macht. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt mindestens eine Stunde mäßige bis anstrengende Bewegung pro Tag. 🏃‍♀️ Du möchtest mehr darüber wissen? Einen Artikel zu diesem Thema mit vielen Tipps findest du hier.

 

5. Vorteil: Gaming ist sozial

 

Wir alle kennen das Klischee vom Nerd, der in seiner dunklen Kammer hockt. Doch die Zeiten, in denen Computerspiele eine ganz einsame Aktivität waren, sind lange vorbei. Heutige Gamer sind bestens vernetzt und im ständigen Austausch. 👩‍👧‍👦 Das geschieht auf unterschiedliche Art und Weise.

Besonders bei Online Games spielt man entweder mit anonymen Personen oder mit Freunden. Der Austausch findet über Textnachrichten, Audionachrichten oder Interaktionen im Spiel statt. 💬 Nicht selten entstehen aber durch anonyme Gaming-Kontakte irgendwann auch richtige Freundschaften. Kein Wunder, schließlich übersteht man gemeinsam verschiedene Abenteuer oder führt das Team zum Sieg.

Für die Kommunikation innerhalb und außerhalb des Spiels werden gerne auch Anwendungen wie Skype, Teamspeak oder Discord genutzt. 🎧 Während man mit seinen Freunden quatscht, läuft parallel die Zockerei weiter. Nach der Schule treffen sich viele Jugendliche hier, die Entfernung zwischen ihnen ist dabei egal. Und auch während der Pandemie boten Computerspiele einen sicheren Treffpunkt.

 

6. Nachteil: Die meisten Spiele enthalten Gewalt

 

Es fällt sofort auf: Kaum ein Videospiel kommt ohne Gewalt aus. 💣 Fast immer ist sie ein wesentlicher Teil des Spielverlaufs, es geht nur ums Kämpfen und Erobern, wir müssen Gegner besiegen und Gebäude zerstören. 

Am deutlichsten ist es bei den sogenannten Ego-Shootern: Hier sieht man meistens nur die Waffe der Figur vor sich, läuft durch das Level und muss andere Spieler oder Figuren abschießen. 🔫 Die Spiele aus der Call-of-Duty-Serie fallen zum Beispiel in diese Kategorie und gehören zu den erfolgreichsten Spielen aller Zeiten.

Trotz hoher Altersfreigaben kommen auch Jugendliche und Kinder an gewalttätige Spiele. Entweder, sie folgen dem Reiz des Verbotenen, bekommen sie von älteren Freunden und Geschwistern oder sogar von den Eltern. 

Zwar gibt es keine eindeutigen wissenschaftlichen Beweise, dass solche Spiele zu einer höheren Aggressivität führen, trotzdem sollten Eltern auf altersgerechte Inhalte achten. ⚠️ Zum Glück sind aber auch Spiele bei Kindern erfolgreich, bei denen Gewalt nicht im Zentrum steht. Das ist zum Beispiel beim sehr erfolgreichen Minecraft der Fall. 

 

7. Vorteil: Mit Videospielen kann man lernen

 

Videospiele bieten neben den weiter oben genannten Vorteilen für das Gehirn auch die Möglichkeit, mit ihnen richtig zu lernen! 👨‍🎓 Je nach Spiel geschieht das indirekt oder direkt.

Indirektes Lernen findet durch die Auseinandersetzung mit Inhalten im Spiel statt. Viele Strategie- oder Rollenspiele sind zum Beispiel an historischen Schauplätzen angesiedelt, wodurch man nebenbei wissenswerte Fakten und Einblicke in vergangene Zeiten erhält.

Auch ich kann das bestätigen: Dank der Age of Empires Spiele entdeckte ich faszinierende Darstellungen des Mittelalters und begann mich dafür zu interessieren. 🛡️🗡️ Wer waren die Teutonen und gab es wirklich Jaguarkrieger bei den Azteken? Heutzutage ist dagegen Assassins Creed dafür bekannt, dass richtige Historiker die Entwickler der Spiele berieten. Dank ihnen können wir in eine realistische Vergangenheit eintauchen, zum Beispiel Rom in der Renaissance. 

Auf direkte Weise lernen Kinder und Jugendliche dagegen mit pädagogischen Spielen. Besonders das erfolgreiche Minecraft wurde fürs Sprachen lernen bekannt, inzwischen gibt es sogar die offizielle Education Edition. Sie wird an vielen Schulen eingesetzt! Gerade wenn es um das Lernen von Informatik oder Naturwissenschaft geht, hat es sich bewährt. Aber auch soziale Erfahrungen oder Sprachen lernen können Kinder in der bunten Klötzchenwelt. 🧱

Ein anderes Beispiel ist Eco, mit dem Spieler an das komplexe Thema unseres Ökosystems herangeführt werden. Dabei müssen sie sogar eine Regierung führen und eine Katastrophe abwenden.

Tipp: Fast jedes Computerspiel eignet sich zum Sprachenlernen, wenn man es von Deutsch auf eine Fremdsprache umstellt. ✨ Das ist auch ein toller Kompromiss, um eine längere Spielzeit zu vereinbaren.

 

Fazit

 

🎮 Videospiele machen Groß und Klein viel Spaß. Ernstzunehmende Risiken gibt es, doch wenn Eltern diese im Auge behalten, spricht nichts gegen das Gaming. Triff Abmachungen mit deinen Kindern, sprich über die Inhalte oder spiele sogar einmal mit. Die Altersfreigabe sollte man dabei so gut wie möglich beachten.

Positive Effekte auf Zufriedenheit und Sozialverhalten haben Computerspiele laut Studien auch. Allerdings nur bei einer Spielzeit von etwa einer Stunde pro Tag. ⏰ Insgesamt sollten Kinder nicht mehr als drei Stunden täglich spielen, denn danach werden negative Effekte deutlich. 

Insgesamt ist der Ausgleich wichtig: Solange das Gaming nicht zu viel wird und das Kind sich genug bewegt, ist es ein positives Hobby. Eine Bildschirmpause sollte es also auch mal geben. 👍